Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen...

Meine Schwester und ich haben uns stundenlang Kassetten mit Geschichten angehört. Geschichten von einer Familie mit einem Pflegekind, von Mäusen in brenzligen Situationen, einem Hund auf dem Fahhrad und von der Krankenschwester. Ganz besonders die Geschichte mit der Krankenschwester ist mir geblieben. Vielleicht sind es auch nur Ausschnitte daraus. Auf jeden Fall glaube ich, dass ich dadurch auf gute Art und Weise etwas über das Leben und Sterben gelernt habe ohne es zu wissen. Ich habe Geschichten immer geliebt, jedoch als Schulkind den Kontakt zu Geschichten irgendwie verloren. Während meiner gesamten Schulzeit fand ich auch keinen richtigen Kontakt zu Büchern. Erst als junger Erwachsener kam ich wieder in Kontakt - Bücher in Mundart eines schweizer Schriftstellers waren mein Tor zurück in die Welt der Geschichten. Für mich haben Erzählungen eine unglaubliche Wirkung, sie fördern die Phantasie, geben einen anderen Blick auf die Welt, auf Menschen, Kulturen und uns selbst... Jorge Bucay schrieb einmal: «Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen - Erwachsenen, damit sie aufwachen.» Ja, ich denke genau so ist es! Früher und in vielen Kulturen hat man sich Geschichten erzählt um Weisheiten und Wissen weiterzugeben - leider ist das verloren gegangen. Ich wünsche mir, dass wir uns wieder mehr Geschichten erzählen. Denn «Gschichtä si nid wi Zähn, wo numä zwöi Mau chömen und wenn se verbrucht hesch, isch fertig. Nei, d Gschichte wachsen immer wieder noche.» So steht es auf jeden Fall hinten auf dem Buch "Der Galie bin ig" von Pedro Lenz.

 


«Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen - Erwachsenen, damit sie aufwachen.» Jorge Bucay


Erwähnte Bücher:

Jorge Bucay, Komm, ich erzähl dir eine Geschichte

Pedro Lenz, Dr Goalie bin ig

 

Hör-Tipp für Kinder und natürlich auch Erwachsene: D Schwöschter Fee von Ruth Güdel und Hans Zurbrügg

 

entwicklungsfreiraum - der Podcast: Geschichten

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